Wie ich ein Löwe wurde...
Seit 2007 trage ich nun das Trikot der Rhein-Neckar Löwen und ich
bisher gefällt es mir sehr gut beim Mannheimer Bundesligisten. Nach dem Wechsel
von meinem Heimatverein, der SG Pforzheim/Eutingen, ist in den eineinhalb Jahren sehr viel passiert und es braucht des Öfteren einen
Kraftakt, all dies zu schaffen. Ich besuche ja auch noch das Gymnasium und ich stehe kurz vor dem Abitur, was natürlich an erster Stelle steht. Klar, ich liebe den Handball und alles
was dieser Sport so mit sich bringt, doch eine gute Schulausbildung gerade zur
jetzigen Zeit, ist einfach unumgänglich. Wie mein Weg bisher verlief und
was ich dabei alles erlebt habe, könnt Ihr im Folgenden nachlesen.
Alles begann an einem sommerlichen Juli-Tag im Jahre 1989, als ich in Pforzheim
auf die Welt kam. Schon von diesem Tag an war mein Weg vorgezeichnet, denn
schließlich wurde ich in eine handballverrückte Familie hineingeboren. Mein
Vater und meinen Mutter waren damals schon als Trainer im Verein tätig und so
dauerte es nicht lange, dass ich die ersten Gehversuche samt Handball machte.
Überall und zu jederzeit schleppte ich einen Ball mit mir herum und es war
schnell klar, Fußballprofi würde ich wohl nicht werden! Ob im Garten, in der
Garageneinfahrt oder auf dem Bolzplatz, immer versuchte ich etwas zu treffen
oder abzuschießen. Als dann drei Jahre später meine Schwester geboren wurde,
hatte ich für die nächsten Jahre jemanden gefunden, der ebenso in das
Ballspielen verliebt war. Es blieb nicht aus, dass unsere Mutter des Öfteren in
der Wohnung dazwischen gehen musste, denn sonst hätten die zwei kleinen
Groetzki’s bereits damals Wohn- und Schlafzimmer zu Spielfeldern umfunktioniert.
Um dies zu verhindern, begann ich mit drei Jahren bei den Minis der SG
Pforzheim/Eutingen, Handball zu spielen. Wie es der Zufall wollte, trainierte
mich dort meine Mutter und sie schaffte es, meine überflüssige Energie nicht nur
zuhause umzusetzen, sondern in der Halle und auf dem Feld. Das gelang ihr auch
recht gut, denn mehr und mehr machte es mir Spaß, mit meinen Freunden zusammen
zu spielen.
Nach den Mini’s durchlief ich in der Folge alle Jugendmannschaften
der SG Pforzheim/Eutingen, bis ich dann in der A-Jugend zur SG Kronau/Östringen
wechselte. Es folgte das Angebot des Rhein-Neckar Löwen, das ich natürlich gerne
annahm. Ausgestattet mit dem Doppelspielrecht schnupperte ich die letzten beiden
Spielzeiten Erstligaluft und sogar schon in der Champions League. Eine tolle
Sache, plötzlich mit Weltklassespielern auf dem Feld zu stehen, die ich vor
nicht allzu langer Zeit noch im Fernsehen gesehen hatte. Gerade diese Momente
sind es, die mich noch weiter nach vorne bringen und für meine weitere
Entwicklung enorm wichtig sind.
Mit verantwortlich dafür dass ich bisher so weit gekommen bin, sind vor allem
die sportlichen Erfolge bei der SG Pforzheim/Eutingen. Mehrmals wurde ich mit
dem Verein dort Badischer und Süddeutscher Meister (2002-2006 mit C- und
B-Jugend). Aber auch gemeinsam mit der Badischen Auswahl gelang mir 2006 ein
großer Coup, als wir im Finale des Deutschen Länderpokals siegten. 2008 folgte
der bislang letzte und größte Erfolg in meiner noch jungen Karriere. Mit der
A-Jugend der SG Kronau/Östringen siegte ich im Endspiel gegen die GWD Minden,
was mir bis heute sehr viel bedeutet und worauf ich sehr stolz sein kann.
Für meine Entwicklung sehr wichtig waren auch die vielen Lehrgänge und
Wettkämpfe mit den Junioren-Nationalmannschaften. Im Jahre 2006 nahm ich
erstmals mit einer Deutschen Mannschaft an einem internationalen Turnier teil.
Bei der Junioren-Europameisterschaft in Tallinn/Estland sprang damals ein
neunter Rang heraus und die ersten Schritte auf der internationalen Bühne waren
gemacht. Im vergangenen Jahr lief es dann schon bedeutend besser, denn im Finale
der Junioren Europameisterschaft mussten wir uns lediglich Dänemark geschlagen
geben. Ich konnte mich jedoch damit trösten, dass ich zum "Most Valuable Player"
des Turniers gewählt wurde, was mir für die darauf folgenden Aufgaben enorm viel
Auftrieb gegeben hat.
Gerade bin ich wieder von einem Länderturnier aus Frankreich zurück gekehrt und
aufgrund der Weltmeisterschaft in Kroatien, folgt nun eine längere
Bundesligapause. Ich bin schon sehr gespannt auf diesen Event, aber auch darauf,
wie es in der Rückrunde bei den Rhein-Neckar Löwen weiter geht. Ich werde mich
jedenfalls sehr gut vorbereiten, um gemeinsam mit der Mannschaft noch einmal
voll anzugreifen. Sowohl in Bundesliga, Pokal und Champions League stehen uns
alle Türen offen und wir werden versuchen, in allen drei Wettbewerben so gut wie
möglich abzuschneiden.
Ich bin top motiviert, voller Energie und mein Tatendrang ist unermesslich -
logisch, bin ja schließlich auch ein Löwe!!!
Jetzt wird weiter gebrüllt...
Euer Patrick

